Bodensee

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Vielen von uns wird immer klarer, dass das bestehende Wirtschaftssystem unakzeptable und oft verheerende Konsequenzen auf ökologischem und sozialem Gebiet hat. Darauf hat die Gemeinwohl-Ökonomie eine Antwort. Oberstes Ziel allen Wirtschaftens soll die Orientierung am Gemeinwohl sein, also das gute Leben für alle. Das bedeutet eine Ausrichtung des wirtschaftlichen Handelns an gemeinsam definierten und aus der Verfassung abgeleiteten Werten, aber nicht grenzenloses Ausrichten auf Wachstum und noch mehr Profit.

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Unternehmen, Kommunen und andere Organisationen sollen dazu mittels einer Gemeinwohlbilanz ihre Tätigkeit auf essenzielle demokratische Werte wie Menschenrechte, Solidarität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Mitbestimmung und Transparenz untersuchen und sich immer stärker danach ausrichten. Profite sollen dabei wieder die ihnen zustehende Rolle des Mittels zum Zweck einnehmen, aber nicht mehr Ziel des Handelns sein.
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Je erfolgreicher sie dabei sind, desto kräftiger sollen sie von der Gesellschaft unterstützt werden, z.B. durch gezielte Wirtschaftsförderung, öffentliche Aufträge, Steuererleichterungen, günstige Kredite und andere Vorteile. Produkte und Dienstleistungen, die dem Gemeinwohl wirklich zuträglich sind, werden dadurch preiswerter als die, bei denen Kosten externalisiert und dabei Raubbau an der Natur, Umweltverschmutzung und Ausbeutung in Kauf genommen werden.
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Organisationen im öffentlichen Bereich stehen als Impulsgeber im Fokus, denn sie betrachten per Definition das Gemeinwohl als oberstes Ziel ihrer Aktivitäten. Während im globalen Bereich diese Einsicht noch kaum vorhanden ist, wächst sie auf kommunaler und regionaler Ebene jedoch zusehends. Mit unserer Initiative einer Gemeinwohlregion Bodensee wollen wir ein Zeichen setzen, wie wir über die Ländergrenzen hinweg den gemeinsamen Lebensraum nachhaltig gestalten können.